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Chirurgische Instrumente



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Kann sich die Härte eines Instruments (Randschicht und Kern) nach mehrmaligen Sterilisationszyklen verändern? Ist die Härte eines chirurgischen Instruments durchgängig gleich hart?

Frage: Kann sich die Härte eines Instruments (Randschicht & Kern) nach mehrmaligen Sterilisationszyklen verändern?

Antwort:  NEIN.

Frage: Ist die Härte eines chirugischen Instruments durchgängig gleich Hart?

Antwort: Hängt von der Wärmebehandlung ab. 

Bei Qualitätsinstrumenten verändert sich die Härte nicht.

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Können Instrumente aus nicht rostendem Stahl durch die Wiederaufbereitung ihre Gebrauchseigenschaften verlieren?

Etablierte Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsverfahren üben keinerlei negativen Einfluss auf die ursprünglichen Gebrauchseigenschaften von NR-Stahlinstrumenten aus. Dies gilt z. B. auch für das Verschleißverhalten schneidender chirurgischer und mikrochirurgischer Instrumente.

Demzufolge ist dem unbegründeterweise in diesem Zusammenhang immer wieder diskutiertem Dampfsterilisationsverfahren gegenüber anderen Sterilisationsverfahren der Vorzug zu geben, da es aus hygienischer Sicht am wirksamsten ist.

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Gibt es Untersuchungen zur Reinigung von Instrumenten mit Rändelgriffen (Kreuzrändel)?

Im Rahmen von Untersuchungen der Reinigung von Instrumenten oder von Edelstahlprüfkörpern mit Konstruktionsmerkmalen von Instrumenten sind hauptsächlich Gelenkspalten, nicht aber Rändelgriffe untersucht worden.

Schlüsselwörter: Chirurgische Instrumente, Rändelgriffe, Reinigung

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Wie können Spülkanülen (Lumen <1mm) aufbereitet und autoklaviert werden?

Kanülen unter 1 mm stellen hohe Anforderungen an die Aufbereitung. Kanülen unter 0,5 mm sollten nicht mehr aufbereitet werden, da eine einwandfreie Reinigung nicht gewährleistet werden kann. Die Aufbereitbarkeit hängt allerdings nicht nur alleine vom Durchmesser ab, auch die Länge spielt dabei eine Rolle. Um eine sichere Aufbereitung solcher filigranen Instrumente zu gewährleisten, müssen folgende Punkte unbedingt berücksichtigt werden:
Sofort nach der Anwendung ist die Kanüle - um Verstopfungen zu vermeiden - mit sterilem Wasser durchzupülen. Eine nicht physiologische Kochsalzlösung darf eingesetzt werden. Mit dem zugehörigen Führungsdraht ist die Durchgängigkeit zu überprüfen. Nach der Aufbereitung auf sorgfältige Innentrocknung achten, evtl. mit einer trockenen Spritze oder ähnl. solange durchblasen, bis kein Tropfen Feuchtigkeit mehr austritt. Dampfsterilisation nach einem fraktionierten Vorvakuumverfahren nach EN285. Durch die Sterilisierstudie (Veröffentlichung Teil 1, Zentralsterilisation 2001; 9(6) 425 - 437 und Teil 2, Zentralsterilisation 2002; 10 (2) 100 - 109) haben Hersteller nachgewiesen, dass Kanülen mit einem Innendurchmesser von 0,5 mm und einer Länge von 500 mm mit dem fraktionierten Vorvakuumverfahren nach EN285 sterilisierbar sind.

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Was ist die max. Länge von englumigen Gütern bei der Sterilisation in FO - und Dampf -Sterilisatoren?

Bis vor einiger Zeit wurde nach DIN 58948 T 13/14 die Sterilisationsprozesse mit einen 1,5 m langen (PTFE - Schlauch) Prüfkörper mit 2 mm Innendurchmesser auf einer Seite geschlossen getestet. Dies kann man derzeit als Grenzbereich bei der FO - Sterilisation ansehen, wenn man nicht durch "Direktbeimpfung des Sterilisiergutes" einen anderen Nachweis erbringt. Bei der Dampfsterilisation muss (wie auch in Kürze bei der FO-Sterilisation) der Nachweis über die Validierung von Sterilisationsprozessen erfolgen. Handelt es sich um Güter, die nicht durch Thermoelemente getestet werden können, so muss auch hier eine "Direktbeimpfung des Sterilisiergutes" erfolgen (nähere Info gibt hier die DIN 58946 T6 bzw. Anhang (Entwurf).

Schlüsselwörter: Englumige Medizinprodukte, Grenzbereiche der Sterilisation

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Gibt es Literaturnachweise oder andere Informationen über Korrosionsbefall bei Laserbeschriftung von Instrumenten?

Die Laserbeschriftung ist ein Verfahren, das zur Kennzeichnung von Instrumenten eingesetzt wird. Wie auch bei der herkömmlichen Art der Instrumentenkennzeichnung, dem Ätzen, müssen die Schriftzüge klar erkennbar und beständig gegenüber den üblichen Einsatz- und Aufbereitungsbedingungen sein. Bei sachgemäß ausgeführter Laserbeschriftung tritt Korrosion an der Beschriftung nicht auf. Korrosion an der Beschriftung ist im Allgemeinen auf unzureichende/fehlerhafte Parameter im Kennzeichnungsprozess zurückzuführen. Literaturstellen zu diesem Thema sind uns nicht bekannt. Wir möchten an dieser Stelle jedoch auch darauf hinweisen, dass in jedem Fall korrosionsauslösende oder -fördernde Faktoren, wie z.B. Kontakt mit stark salzhaltigen Wässern, bei der Aufbereitung ausgeschlossen werden müssen.

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Die Einwirkzeit von Desinfektionsmitteln hängt von der Anwendungskonzentration ab. Kann man daher mit einer verringerten Anwendungskonzentration arbeiten, wenn als Einwirkzeit die Nacht oder das Wochenende zur Verfügung steht?

Es ist richtig, dass sich bei Begutachtung von Desinfektionsmitteln Anwendungskonzentrations-/ Einwirkzeitpaare ergeben. Bei der Instrumentendesinfektion nach der Prüfmethode der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) werden als Einwirkzeiten 15 min, 30 min und 1 Std. getestet. Längere Einwirkzeiten, bei denen die Testmethodik zu geringerer Anwendungskonzentration führen würde, werden nicht geprüft. Als Grund hierfür ist zu nennen, dass bei geringer Anwendungskonzentration die Möglichkeit einer Resistenzbildung von Mikroorganismen erleichtert wird und zusätzlich wird die Korrosionsgefahr erhöht, da der Anteil an Korrosionsinhibitoren in der Anwendungslösung zu gering ist.

Schlüsselwörter: Chirurgische Instrumente, Nassentsorgung, Einwirkzeit.

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Kann man Instrumente über Nacht oder am Wochenende bis Montag liegen lassen, bzw. ist eine Nassentsorgung durch Tauchen über Nacht oder über das Wochenende möglich?

Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass verschmutzte Instrumente nach der Benutzung bis zu 6 Std. unbehandelt aufbewahrt werden können. Ohne dass eine Beeinflussung der Reinigung in der Maschine erfolgt. Bei einer Aufbewahrung über Nacht oder über das ganze Wochenende kann keine ausreichende Reinigung garantiert werden. Zusätzlich besteht durch langzeitig anhaftendes Blut oder physiologische Salzlösung eine Korrosionsgefahr. Bei einer Aufbewahrung verschmutzter Instrumente über Nacht oder über das Wochenende müsste mit Korrosion gerechnet werden.

Schlüsselwörter: Chirurgische Instrumente, Nassentsorgung, Dauer

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Ist das Einlegen von chirurgischen Instrumenten in eine vom Hersteller angegebene Desinfektionsmittel-Lösung ausreichend für die Weiterbenutzung? Müssen diese Instrumente nicht jedes Mal vor der Anwendung am Patienten sterilisiert werden?

Instrumente, die chirurgisch invasiv eingesetzt werden, müssen nach der Aufbereitung sterilisiert werden. Hierfür ist für dampfsterilisierbare Instrumente ein Dampfsterilisationsverfahren nach EN285 einzusetzen. Thermolabile Instrumente müssen nach den Herstellerangaben einem entsprechenden Niedertemperatur-Sterilisationsverfahren zugeführt werden. Bitte beachten Sie auch die RKI-Empfehlung zur Aufbereitung von Medizinprodukten, welche im November 2001 veröffentlicht wurde. Diese kann unter www.rki.de heruntergeladen werden.

Schlüsselwörter: Aufbereitungsschritte, Weiterbenutzung


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Gibt es bezüglich der Aufbereitung von chirurgischen Wundnadeln eigene Richtlinien? Sind chirurgische Wundnadeln im RDG aufzubereiten bzw. gibt es dafür eigene Vorschriften?

Nach unserem Kenntnisstand werden von den Herstellern verschiedene Materialien für mehrfach zu verwendende Nadeln genutzt. Im groben unterscheidet man Nadeln aus korrosionsbeständigem, hochlegiertem Stahl und Nadeln aus niedriglegiertem (also nicht korrosionsbeständigem) Stahl, die mit einer galvanischen Schutzschicht versehen sind. Beide Typen können prinzipiell maschinell mit Programmen, die für chirurgisches Instrumentarium aus Edelstahl freigegeben sind, aufbereitet werden. Für verchromte Nadeln und andere verchromte Instrumente eignet sich insbesondere eine PH-neutrale oder mildalkalische Aufbereitung. Während der Aufbereitung müssen die Nadeln in geeigneten Behältern fixiert sein, damit sie nicht im Maschinenraum verloren gehen. Es eignen sich hierzu die von Herstellern angebotenen Nadeldöschen, die auch eine ausreichende Reinigung sicherstellen. Neben der Kontrolle auf ausreichende Reinigung ist insbesondere bei verchromten/vernickelten Nadeln eine sorgfältige Kontrolle auf Unversehrtheit der Oberfläche notwendig. Es eignet sich hierzu eine Lupe. Bei einer Verchromung/Vernickelung handelt es sich um eine auf das Grundmaterial aufgebrachte Schutzschicht, die dem Instrument in erster Linie Korrosionsbeständigkeit verleihen soll. In dieser Schicht treten immer Mikrorisse auf. Durch mechanische Beanspruchung entstehen über die Zeit ausgeweitete Risse. Ein zusätzlicher Angriff auf die mechanisch vorgeschädigten Teile erfolgt bei der Aufbereitung, da die im Reinigungsprozess verwendeten Chemikalien auch unter die Schicht gelangen können und mit dem Grundmaterial eine Reaktion eingehen. Es entstehen Korrosionsprodukte. Solchermaßen beschädigte Nadeln sind aus dem Instrumentenkreislauf auszusortieren, um anderes Instrumentarium zu schützen. Es besteht die Gefahr der Übertragung von Rost auf andere, bis dahin intakte Instrumente (Sekundärkorrosion). Die Anzahl der Aufbereitungszyklen richtet sich damit nach der Unversehrtheit der Oberfläche. Nadeldöschen können sowohl für die Reinigung als auch für Sterilisation und Anreichung der Nadeln verwendet werden. In der Praxis haben sich für das Anreichen der Nadeln auch gummierte Magnetplatten bewährt. Die Nadeln werden nach der maschinellen Reinigung, während der Siebzusammenstellung hierauf fixiert.

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Haben Schweißverbindungen an chirurgischen Instrumenten (aus Edelstahl) eine schlechtere Korrosionsbeständigkeit und neigen gerade diese Stellen nach wiederholter Wiederaufbereitung zu verstärkter Korrosionsanfälligkeit?

Betroffene Produkte namhafter Instrumentenhersteller weisen keinen Unterschied in der Korrosionsbeständigkeit auf. Dies wird durch geeignete Schweißmethoden - Schweißparameter -, ggf. Schweißzusatzwerkstoffe sowie einer nachfolgenden Wärmebehandlung, die zur Homogenisierung des Werkstoffes dient, sichergestellt.

Schlüsselwörter: Chirurgische Instrumente, Korrosion, Schweißverbindungen

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Können chirurgische Instrumente in einem Steckbeckenspülautomaten aufbereitet werden?

Ein Steckbeckenspüler ist aus unserer Sicht nicht geeignet, um chirurgisches Instrumentarium aufzubereiten, da die Verfahren dieser Geräte in unzureichender Weise hierauf abgestimmt sind. Dies betrifft die Reinigungsleistung, die Qualität der Nachspülung sowie auch die thermischen Desinfektionsparameter. Bei letzteren muss eventuell ja auch die HBV-Wirksamkeit gegeben sein.

Schlüsselwörter: Aufbereiung in Steckbeckenspülautomaten

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Kann es sein, dass die Eloxalschicht von Instrumenten angefriffen wird, wenn Instrumente aus eloxiertem Aluminium aufgrund des CJK Risikos mit hohem pH Werten (pH 10-11) maschinell gereinigt und desinfiziert werden?

In der Tat kann die Eloxalschicht von Instrumenten aus Aluminium unter den von Ihnen genannten Bedingungen angegriffen werden. Dazu ist allerdings zu bemerken, dass es kaum Alu-Instrumente oder Komponenten von Instrumenten, die aus Alu gefertigt sind, gibt. Des weiteren gibt es Chemikalienlieferanten die alkalische Reinigungschemie vertreiben, welche selbst bei von den Ihnen angegebenen pH-Werten, zumindest bei nicht farbeloxierten Produkten, eine 100 %ige Materialverträglichkeit bestätigen. In diesem Zusammenhang ist aber auch die Wasserqualität, insbesonderen des letzten Nachspülwassers, mit welchem eine Thermodesinfektion durchgeführt wird, zu beachten. Während ein nur enthärtetes Wasser Eloxal stark angreifen kann, schützt und verdichtet vollentsalztes Wasser die Eloxalschicht.

Schlüsselwörter: Eloxalschicht, hoher ph Wert

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Besteht generell die Gefahr, dass sich abgelöste Eloxalschichten während der maschinellen Aufbereitung auf andere Instrumente aus rostfreiem Edelstahl ablagern? Und diese quasi kontaminiert?

Bis heute ist uns kein einziger Fall bekannt, bei dem Auflösungsprodukte von Alu-Instrumenten zu einer Erhöhung der Korrosionsanfälligkeit von nicht rostenden Stahlinstrumenten führte. Ausserdem sind bei einer ausreichenden Schlussspülung im Reinigungs- und Desinfektionsapparat alle aufgelösten Alu-Korrosionsprodukte von der nicht rostenden Stahlinstrumentenoberfläche abgespült.

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Chirurgisches Instrumentarium wird durch eine Passivschicht geschützt, welche sich im Laufe der Zeit bildet. Kann die Bildung dieser Passivschicht durch den Einsatz von Chemikalien beschleunigt werden? Wenn ja, durch welche?

Die chemische Passivierung von NR-Stählen wird industriell bevorzugt mit Zitronensäure, aber auch mit Salpetersäure durchgeführt. Im Gebrauch haben alle sauren Prozesschemikalien, wie z.B. Zitronen- oder Phosphorsäure, welche als Neutralisationsmittel Anwendung finden, eine passivierende Wirkung.

Schlüsselwörter: Bildung einer Passivschicht durch Einsatz von Chemikalien

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Kann es sein, dass z. B. eine Mayo-Stille Schere ein-, vielleicht zweimal gut schneidet und dann plötzlich nicht mehr? D. h. dass das "Material" nicht scharf geschnitten wird, sondern dass die Schere "kaut"?

Bei intensiver Nutzung, zweckbestimmter Anwendung und einer praktizierten Aufbereitungsmethode nach heutigem Technik- und Wissensstand, ist eine Schnitthaltigkeit bei qualitativ hochwertigen Produkten von rund einem 1/2 Jahr zu erwarten. Bei normalem Verschleiß nehmen die Schneideigenschaften sukzessive ab. Bei kurzfristigem abruptem Schneidverlust darf schlussgefolgert werden, dass den o.g. Kriterien entweder einzeln oder kummulativ nicht gefolgt wurde. Im vorliegenden Fall empfehlen wir, das betroffene Produkt zu einem qualifizierten Reparatur-Service oder zum Hersteller zur Reparatur einzusenden.

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Wie werden die Instrumente im Krankenhaus dampfsterilisiert ?

Die Dampfsterilisation wird üblicherweise mit Sattdampf bei 134 °C durchgeführt. Bei Artikeln mit eingeschränkter Thermostabilität kann eine Temperatur von 121 °C mit entsprechend längerer Zeit angewendet werden. Die Sterilisation muss mit einem normgerechten, für die Sterilisiergüter geeigneten Verfahren durchgeführt werden. Auch die Sterilisiergut-Verpackung muss hinsichtlich Qualität und Anwendung der Packmittel die geltenden Normen erfüllen und außerdem für das gewählte Sterilisierverfahren verwendbar sein.

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Ist die Benutzung einer sterilen, mit physiologischer NaCl-Lösung getränkten Kompresse, am sterilen Instrumentiertisch zur Grobreinigung der am häufigsten benutzen Instrumenten während der OP im Hinblick auf Lochfraß zu empfehlen?

Lochfraß bedeutet, dass durch Einwirkung von Halogeniden, insbesondere Chloriden (z.B. in physiologischer Kochsalzlösung) die Passivschicht der Instrumente aufgelöst wird. Die Gefahr der chloridinduzierten Lochkorrosion steigt mit steigendem Chloridgehalt / Aufkonzentration durch Antrocknung
und längerer Einwirkzeit. Das Einlegen in physiologische Kochsalzlösung sowie das Antrocknen von Resten dieser chloridhaltigen Lösung führt damit zu Lochfraß. Ein Abwischen von Instrumenten mit einer getränkten Kompresse kann nach bisherigen Erfahrungen toleriert werden. Dies müssen - zumindest die hochwertigen - Instrumente aushalten!

 

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Müssen Instrumente vor der Reparatur komplett aufbereitet, d.h. auch sterilisiert werden, oder ist eine maschinelle Reinigung / thermische Desinfektion ausreichend? Sind Mitarbeiter der Reparatur durch unsterile Instrumente gefährdet?

Eine sachgerechte desinfizierende Reinigung, gemäß Herstellerangaben ist ausreichend. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Roten Broschüre unter Punkt 4 "Handlungsempfehlung für Rückware/ Retouren". Das Reparaturpersonal wird/ist durch unsterile Instrumente nicht gefährdet.

Schlüsselwörter: Chirurg. Instrumente, Aufbereitung vor Reparatur

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Dürfen Instrumente, die von Ärzten in der Forschung und in der Pathologie verwendet werden nach ordnungsgemäßer Aufbereitung wieder im normalen Patientenbetrieb im OP eingesetzt werden? In Holland ist dies gesetzlich geregelt.

In Holland ist das Vorgehen in der sogenannten "Veeldnorm" beschrieben und wird auch so umgesetzt. Ohne Bestätigung dürfen diese nicht mehr am Patienten eingesetzt werden - auch nicht nach einer regelgerechten Aufbereitung. In Deutschland wird dies mittlerweile mehr und mehr in den einschlägigen Gesellschaften, wie der DGSV (dt. Gesellschaft für Sterilversorgung) diskutiert und auch schon von verschiedenen Hygiene-Beauftragten verlangt. Eine gesetzliche oder normative Forderung besteht nicht.

Schlüsselwörter: Chirurg. Instrumente, Verwendung in Forschung, Aufbereitung

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Was sind mögliche Ursachen dafür, dass chirurgische Instrumente blutig / unsauber aus dem Thermodesinfektor herauskommen? Kann das vorherige Einlegen in eine Desinfektionslösung hierfür die Ursache sein?

Im vorliegend beschriebenen Fall ist die zuvor stattfindende Instrumentendesinfektion Ursache dafür, dass im RDG die Reinigung keine Wirkung zeigt. Mit chemischen Desinfektionsmitteln kann man Blutrückstände derart vernetzen und fixieren, dass sie ähnlich wie ein Lack haften. Daher wird auch in der Roten Broschüre des AKI empfohlen, die Instrumente trocken zu entsorgen und direkt in das RDG zu geben.

Schlüsselwörter: Chirurg. Instrumente, Aufbereitung im Thermodesinfektor

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Müssen Mundspiegel sterilisiert werden oder genügt eine Desinfektion, da sie in nicht sterile Bereiche des Körpers gebracht werden? Zudem werden diese als Tischinstrument offen im Untersuchungsraum bis zur Verwendung gelagert.

Die Entscheidung, ob eine Sterilisation von Mundspiegeln in Ihrem Krankenhaus/Ihrer Abteilung vorzusehen ist, kann letztendlich nur durch die internen Hygienebestimmungen festgelegt werden. Hygienerichtlinien (siehe www.rki.de) sehen vor, dass Instrumente, die die Körperintegrität nicht durchdringen und nicht mit Wunden in Berührung kommen, bei der Anwendung nicht steril sein müssen. Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass für zahnärztlich-chirurgische Eingriffe besondere hygienische Anforderungen einzuhalten sind. Mundspiegel können aus Materialsicht dampfsterilisiert werden. Es handelt sich jedoch um Verbrauchsartikel, die auf Grund von Eindringen von Feuchtigkeit (durch unterschiedliche thermische Materialausdehnung) blind werden. Gleiches gilt auch die maschinelle Aufbereitung / thermische Desinfektion.

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Können Instrumente aus Aluminium im Ultraschall gereinigt/desinfiziert werden?

Instrumente aus Aluminium sind für die Ultraschallreinigung vom Material her geeignet, vorausgesetzt natürlich die Freigabe des Instrumentenherstellers für die Ultraschallreinigung liegt vor. Die hierzu verwendeten Reinigungs- oder Desinfektionsmittel sollten vom Hersteller dieser Mittel für Aluminium empfohlen werden.

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Werden schneidende Instrumente (z.B. Scheren, Knochenstanzen, Skalpelle etc.) aus nicht rostendem Stahl bei der Dampfsterilisation schneller stumpf als bei der Plasma- oder Gassterilisation?

Wasserdampf und die bei der Dampfsterilisation vorherrschenden
Temperaturen (bis 143°C) sind, unabhängiging von der Dauer der Haltezeit, für die
Gebrauchseigenschaften aller Instrumente völlig unkritisch. Das heißt, es findet
durch die Dampfsterilisationsbedingungen weder eine Veränderung der Härte noch der Metallstruktur statt. Somit ändern sich auch nicht die Schneid- und Verschleißeigenschaften. Im übrigen sei erwähnt, dass wie im vorliegenden Fall thermostabile Medizinprodukte aus hygienischer Sicht bevorzugt dampfsterilisiert werden sollten.

Schlüsselwörter: Instrumente aus nicht rostendem Stahl, Dampfsterilisation