Mikrochirurgische Instrumente



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Mit welchen desinfizierend wirkenden Reinigungsmitteln kann die Reinigung (vor der Desinfektion) von semikritischen und kritischen Instrumenten der Gruppe A erfolgen (manuelle Anwendung in der Augenarztpraxis)?

Bei kritischen Instrumenten der Gruppe A kommen vor der Desinfektion reinigungsaktive und nicht-proteinfixierende Behandlungsmittel zum Einsatz, die den Anforderungen an Medizinprodukte Klasse 1 (Reiniger ) bzw. 2a ( Desinfektionsmittel) entsprechen. Das verwendete Reinigungsprodukt kann mit oder ohne antimikrobieller Wirkung ausgestattet sein.

Wird ein Produkt verwendet, das keine anti-mikrobielle Wirkung aufweist, so ist mit geeigneten Maßnahmen (Schutzkleidung) der Personalschutz sicherzustellen. Generell kann also jedes Reinigungsmittel, kombiniertes Reinigungs- und Desinfektionsmittel oder Reinigungsmittel mit desinfizierender Wirksamkeit, das für diesen Anwendungszweck vom Hersteller empfohlen wird und ein Medizinprodukt ist, verwendet werden.

Wichtig ist, dass hierbei Produkte zum Einsatz kommen, deren Inhaltstoffe keine Proteinfixierung verursachen und somit die Reinigung und anschließende Desinfektion erschweren. Solche Inhaltstoffe sind z.B. antimikrobielle Wirkstoffe aus der Gruppe der Aldehyde und Alkohole, sodass die Verwendung aldehyd- und alkoholhaltiger Desinfektionsmittel für diesen Anwendungszweck nicht empfohlen wird.

Bei der Auswahl des Reinigungsmittels mit desinfizierender Wirkung ist darüber hinaus darauf zu achten, dass mindestens eine bakterizide und begrenzt viruzide Wirksamkeit unter den Anwendungsbedingungen vorhanden sind. Dadurch kann der Personalschutz, der in diesem Fall im Vordergrund steht, sichergestellt werden.

 

Generell sind beim Einsatz der Reinigungs- und Desinfektionsmittel die Herstellerangaben zu Konzentration, Temperatur und Einwirkzeit unbedingt einzuhalten. Der AKI empfiehlt, täglich frisch hergestellte Gebrauchslösungen zu verwenden, die jedoch ggf. bei starker Schmutzbelastung auch häufiger gewechselt werden sollten. Bei der Durchführung der Reinigung bzw desinfizierenden Reinigung ist darauf zu achten, dass vor allem englumige Instrumente, wie Schläuche und Kanülen, sowie Instrumente mit Hohlräumen durchgängig sind und auch von innen Kontakt mit der Reinigungs- und Desinfektionslösung haben.

 

Nach der Reinigung muss grundsätzlich mit ausreichend klarem fließendem Wasser nachgespült werden, um keine Reinigungsmittelreste in das anschließende Desinfektionsbad zu verschleppen. Darüber hinaus werden dadurch eventuell noch anhaftende Schmutzreste entfernt.

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Wie ist die alkalische Instrumentenaufbereitung von Augeninstrumenten im Zusammenhang mit der Mitteilung des RKI "Die Variante der Dreutzfeld-Jakob-Krankheit" zu beantworten?

Grundsätzlich sollen Augeninstrumente einer maschinellen alkalischen Reinigung unterzogen werden, da Augen zum vCJK-Risikomaterial zählen. Da aber evtl. alkalische Rückstände an und insbesondere in Instrumenten verbleiben könnten, die evtl. den Patienten gefährden, kann alternativ eine pH-neutrale maschinelle oder standardisierte manuelle Aufbereitung, erfolgen.Wichtig ist in diesem Zusammenhang eine gute Reinigungsleistung der Produkte und eine anschließende Dampfsterilisation bei 134 °C mit 18 min Haltezeit.

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Warum sollte benutztes Augenarzt OP-Instrumentarium in einer Instrumentenspülmaschine gereinigt werden? Kann es nicht - wie früher üblich - von Hand gereinigt werden?

Sie beziehen sich auf Diskussionen hinsichtlich der manuellen oder maschinellen Aufbereitung von Augen-OP-Instrumenten. Grundsätzlich sollen heute bevorzugt maschinelle Verfahren der Reinigung und Desinfektion eingesetzt werden. In vielen Empfehlungen und Merkblättern wird die Bevorzugung thermischer gegenüber chemothermischen und chemischen Methoden der Desinfektion gefordert. Die maschinelle Reinigung und Desinfektion im geschlossenen Spülsystem dient auch wesentlich dem Personalschutz. Auch sind nur maschinelle Verfahren nachvollziehbar exakt wie validiert reproduzierbar, womit der Forderung der Betreiberverordnung entsprochen wird. Die Sorge der Ärzte und der Pflegekräfte um das empfindliche Instrumentarium ist heute nicht mehr begründet. Speziell für die Instrumente des Augen-OP gibt es Körbe und Siebschalen mit Halterungen in denen es gesichert gelagert ist. Die Spülmechanik des Wagens für die Aufnahme der Körbe und Siebschalen muss dabei so ausgerichtet sein, dass die Instrumente nicht aus den Halterungen herausgeworfen werden, was bei der üblichen Spültechnik für chirurgische Instrumente der Fall wäre. Wenn Spülverfahren und Spültechnik richtig eingesetzt werden, ist die maschinelle Reinigung eher schonender als die manuelle. In der aseptica 7 (3); 2001: 18-19 wird über ein Praxisbeispiel der Aufbereitung mikrochirurgischer Instrumente berichtet.

Schlüsselwörter: Augeninstrumente, maschinelle Aufbereitung

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Welche Aufbereitungsschritte für augenärztliche Instrumente gibt es?

Für die Aufbereitung von chirurgischen Instrumenten und damit auch für augenärztliche Instrumente existieren definierte Aufbereitungsschritte (siehe auch Robert-Koch-Richtlnie). Bei der Desinfektion/Reinigung kann man grob zwischen manueller und maschineller Aufbereitung unterscheiden. Da mit dem vorliegenden Text eine manuelle Vorgehensweise vorgeschlagen wird, möchten wir an dieser Stelle auch nur dies kommentieren. Sofern eine manuelle Reinigung vorgesehen ist, wird das gebrauchte Instrumentarium "nass abgelegt". Dies bedeutet die Behandlung in einem Desinfektionsmittelbad. Eine solche Behandlung erfolgt aus Gründen des persönlichen Gesundheitsschutzes (siehe UVV). Das hierzu eingesetzte Desinfektionsmittel muss für chirurgisches Instrumentarium freigegeben sein, um Materialschädigungen auszuschließen. Auch kann hierfür ein freigegebenes, kombiniertes Desinfektions- und Reinigungsmittel eingesetzt werden. Eigene Mischungen aus Reiniger und Desinfektionsmittel sind nicht zulässig, da die Desinfektionswirkung negativ beeinflusst werden kann.

Schlüsselwörter: Augeninstrumente, Desinfektion/Reinigung

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Wie schätzen Sie das Risiko bei der Aufbereitung von Augen-OP-Instrumenten im Hinblick auf eine mögliche Verschleppung von Säuren ein? Können diese - auch nach der Sterilisation - zu Reizungen im Auge führen?

Unter Berücksichtigung der RKI-Mitteilung "Die Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit", veröffentlicht im Bundesgesundheitsblatt April 2002, sollten Augeninstrumente mit einem alkalischen Reinigungsverfahren (pH-Wert > 10, 55 °C, 10 min Einwirkzeit) maschinell aufbereitet und anschließend 5 min bei 134 °C dampfsterilisiert werden. Wenn Anwender oder Chirurgen allerdings befürchten, dass alkalische Reinigungsmittel nicht vollständig von bzw. aus Augeninstrumenten abgespült werden, kann auch eine pH-neutrale, ggf. enzymatische Reinigung, durchgeführt werden, dann muss aber die abschließende Dampfsterilisation bei 134 °C mit einer Einwirkzeit von 18 min erfolgen. Bei der maschinellen Aufbereitung ist natürlich sicherzustellen, dass sowohl alkalische Reiniger als auch im ersten Nachspülgang verwendete Neutralisationsmittel, aber auch neutrale Reinigungsmittel rückstandsfrei von den inneren und äußeren Oberflächen der Augeninstrumente abgespült werden.

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Ist bei der Aufbereitung von Augeninstrumenten ein pH-Wert von 5 im letzten Spülgang noch vertretbar oder sollte dieser zwingend bei pH 7 liegen?

Ein pH-Wert von 5 ist nach uns vorliegenden Informationen in Ordnung.
Vollentsalztes Wasser (ohne jegliche Zusätze) besitzt teilweise bereits diesen pH-Wert. Nach Informationen der Ärzte sind eher alkalische Zusätze (pH > 7) nicht gewollt. Verschleppungen aus vorangegangenen Spülschritten in den letzten Spülgang müssen vermieden werden. Sofern Zusätze in den letzten Spülgang dosiert werden, muss die Eignung für augenärztlich eingesetzte Instrumente unbedingt mit dem Behandlungsmittelhersteller geklärt werden.

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Unser Augen-OP bekommt neues Instrumentarium. Bisher wurden neue Instrumente 3x eingewaschen und sterilisiert bevor sie das erste Mal zum Einsatz kamen. Der Vertreter der Herstellungsfirma meint, einmal waschen reicht aus. Ist das so korrekt?

Die Häufigkeit des Einwaschens hängt primär von der Leistung des vorhandenen Reinigungssystemes und vom Grad der "Verschmutzung" ab. Ziel ist es, das aufgebrachte Öl, Staub etc. von der Oberfläche abzureinigen. Wenn Sie mit Ihrer Vorgehensweise bisher zufriedenstellende Ergebnisse erzielt haben, empfehlen wir Ihnen diese beizubehalten. Behandlung fabrikneuer Instrumente siehe "AKI Rote Broschüre", 9. Ausgabe, Seite 17.

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Sind Prozesse für die Aufbereitung von Augen-Instrumentarium validierbar?

Grundsätzlich ist auch ein RD-Prozess für Augeninstrumente nach der Leitlinie von DGKH, DGSV und AKI validierbar.Dabei gibt es sicher ein paar Einschränkungen. Bei der Prüfung der Reingung mit den blutkontaminierten Arterienklemmen handelt es sich im Ophthalmologiebereich eher um einen ungünstigen Fall, denn derart starke Blutkontamination ist hier eher unüblich, der Begriff 'Mindesreinigungsleistung' daher etwas unpassend. Die Erfüllung der Anforderung ist aber möglich. Bei der Prüfung der Reinigung der Realinstrumente ist die Proteinbelastung in der Regel so gering, dass die Akzeptanzkriterien nicht zutreffend sein werden. Eine automatische Überwachung des Durchflusses aller englumigen Instrumente wäre zwar technisch möglich, aber kaum bezahlbar. So muss man besonders englumige Kanülen durch Filter vor Blockade schützen, beziehungsweise nach der Aufbereitung besonders konrollieren. Da die englumigen Kanülen durch das Trocknungsgebläse der Geräte ohnehin nicht getrocknet werden können und meistens bleiben sie auf Grund der hohen Kapillarität voll Spülwasser, müssen sie nach dem Prozess mit Pressluft kurz durchblasen werden. Dabei empfiehlt sich die Stichprobenkontrolle des pH-Wertes, indem man beim Durchblasen das austretende Wasser auf einen pH-Streifen treffen lässt. Es gibt einige Krankenhäuser, die mit der alkalischen Reinigung und derartiger Kontrolle gute Langzeiterfahrung haben.

Schlüsselwörter: Augeninstrumente, Validierfähigkeit von Aufbereitung

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Muss die Aufbereitung von minimalinvasivem OP-Instrumentarium maschinell erfolgen? Rechtgrundlagen, Empfehlungen. Ich bin Hygienebeauftragte und habe bisher nur die Empfehlungen vom RKI, bzw. MPG § 4. Welche weiteren Gesetze/Empfehlungen liegen vor.

Ausser den von Ihnen genannten Empfehlungen und der Betreiberverordnung, gibt es in Deutschland keine Gesetzesvorlagen hinsichtlich der Vorgabe einer maschinellen Aufbereitung. Allerdings ist die RKI-Empfehlung in der MPBetreibV verankert, so dass diese Gesetzes-Charakter hat.

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In wieweit müssen bei Instrumenten, die aus mehreren Komponeten bestehen, die einzelnen Komponenten sterilisiert werden und die Montage der Instrumente im OP vor Gebrauch erfolgen?

Grundsätzlich sind die Angaben des Herstellers zu beachten. Auch hängt es davon ab, mit welchem Dampfsterilisationsverfahren gearbeitet wird. So kann z. B. eine modulare MIC-Zange im zusammengebauten Zustand mit dem fraktionierten Vorvakuumverfahren sterilisiert werden, allerdings ist dabei zu beachten, dass die Verschlussschraube um mind. eine Umdrehung geöffnet ist. Wird die gleiche Zange mit dem Strömungsverfahren sterilisiert, so muss dies demontiert sein. Gummikappen sollten abgenommen sein, sind aber beim Instrument während der Sterilisation zu lagern, damit bei der OP-Vorbereitung eine rasche Zuordnung möglich ist. Wenn ein Gegenstand in der ZSVA verändert wird - auch ein Zuschneiden ist eine Veränderung - so ist die Konformität, welche vom Hersteller ausgestellt wurde, in Frage gestellt.

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Müssen nicht gebrauchte MIC Instrumente zur maschninellen Reinigung auch demontiert und aufgesteckt werden oder reicht es, wenn man sie nur mit ins Sieb legt? Wie sieht es dann mit der Trocknung der Lumen aus?

Instrumente, die zwar nicht gebraucht wurden, bei denen man eine Rekontamination aber nicht sicher ausschließen kann, müssen wie gebrauchte Instrumente aufbereitet werden. Alle demontierbaren Instrumente müssen nach Angaben des Herstellers demontiert werden und - ganz wichtig - so mit der Maschine verbunden werden, dass eine Durchspülung mit allen inneren und äußeren Flächen gewährleistet ist. Das heißt: Alle Lumen müssen angeschlossen werden, da nur so eine ausreichende Spülung vorgenommen wird. Durch das Anschließen der Instrumente wird auch ein besserer Trocknungseffekt erzielt.

Schlüsselwörter: "Saubere" MIC-Instrumente, Demontage, Reinigung

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