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    Lochkorrosion Fretting corrosion 
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Metall / Korrosion - Lochkorrosion

Lochkorrosion an den Brancheninnenflächen. Ursache: Chloridrückstände konnten wegen der Reinigung im geschlossenen Zustand nicht entfernt werden.
Lochkorrosion im Blattbereich. Ursache: organische Rückstände - unzureichende Reinigung.
Beispiel für Lochkorrosion
Beispiel für Lochkorrosion
Beispiel für Lochkorrosion
Korrosionsloch, betrachtet unter Rasterelektronen-Mikroskop – 200-fache Vergrößerung
Lochfrass-Korrossion Ursache: zu hohe Chloridkonzentration durch lange Ablage in einer Kochsalzlösung.
Lochfrass-Korrosionsbefall einer Pinzette. 
Ursache: Überalterung des Farbkodierungsbandes lässt Unterwanderung schädlicher, chloridhaltiger Substanzen zu
Beispiel für Lochfrass-Korrosion

Art der Oberflächenveränderung      

Nadelstichartige Korrosionslöcher bei NR-Stahl, häufig mikroskopisch klein umgeben von rotbraun oder farbig schillernden Korrosionspunkten, häufig kreisförmigen Ablagerungen von Korrosionsprodukten um das Korrosionsloch. (Nicht zu verwechseln mit materialbedingten Lunkern oder Fremdeinschlüssen in minderwertigen Instrumentenstählen oder mit Kontaktkorrosionserscheinungen der Werkstoffkombination NR-Stahl/NR-Stahl).

Herkunft & Ursachen  

  • Bei NR-Stahl hervorgerufen durch Einwirkung von Halogenidionen (Bromide, Jodide) insbesondere Chloriden, die lokal die Passivschicht von Instrumentenstählen durchdringen und die Korrosionslochbildung auslösen.
  • Durch langanhaftende organische Rückstände, z.B. Blut, Eiter, Sekret.
  • Insbesondere eine Aufkonzentration oder Antrocknung von chloridhaltigen Flüssigkeiten ist für Lochfrass verantwortlich, z.B. zu hoher Chloridgehalt im letzten Nachspülwasser, physiologische Kochsalzlösungen auf Instrumenten.
  • Besonders fabrikneue Instrumente reagieren, auf Grund der noch dünneren Passivschicht, empfindlicher gegenüber chloridhaltigen Medien als länger im Gebrauch befindliche Instrumente mit angewachsener Passivschicht.

    
Empfehlungen zur Beseitigung       

Die Korrosionsprodukte lassen sich durch einen sauren Grundreiniger nach Herstellerangaben auflösen. Die verbleibenden Korrosionslöcher sind gegebenenfalls durch eine mechanische Überarbeitung beim Hersteller/Reparaturservice zu entfernen.

Maßnahmen zur Vermeidung         

Chloridinduzierter Lochfrass lässt sich durch chloridarme Wasserqualitäten und durch die Minimierung sonstiger Einflüsse von chloridhaltigen Flüssigkeiten, z.B. physiologische Kochsalzlösung auf Instrumentenstahl weitestgehend vermeiden.

 
Bewertung evtl. Risiken         

  • Stark befallene Instrumente aus Gründen der Patienten- und Anwendersicherheit sofort aus dem Instrumentenkreislauf entfernen.
  • Ursache für Lochfrass muss zur Werterhaltung der Instrumente abgestellt werden.
  • Korrosionslöcher können ein Hygienerisiko darstellen und Ausgangspunkte für Spannungsrisskorrosionen sein.