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    Kontaktkorrosion Contact corrosion 
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Metall / Korrosion - Kontaktkorrosion

Art der Oberflächenveränderung

  • Bei Instrumenten der Werkstoffkombination NR-Stahl/NR-Stahl können kleine punkt- oder ringförmige, braun-blaue Verfärbungen mit geringfügiger Korrosionsbelagsbildung im Bereich der Kontaktstelle auftreten. Diese Form der Kontaktkorrosion wird häufig mit Lochkorrosionsbefall verwechselt. Doch bei genauer Betrachtung ist festzustellen, dass sich im Zentrum der Korrosionsstelle kein Loch gebildet hat, sondern eine minimale, glattgeriebene Oberflächenstruktur vorliegt.
  • Die klassische Variante von Kontaktkorrosion bildet sich bei der Werkstoffkombination NR-Stahl/Buntmetall (Neusilber, Messing, Kupfer). Je nach Umgebungssituation, z. B. Feuchtigkeit, führt dies im Bereich der Kontaktstelle meist aber auch darüber hinaus zu Korrosionsniederschlägen.

Herkunft & Ursachen        

  • Bei Instrumenten der Werkstoffkombination NR-Stahl/NR-Stahl wurde Kontaktkorrosion bisher nur nach dem maschinellen Reinigungsvorgang beobachtet. Mikroreibung an den Berührungspunkten führt zu einem partiellen Abrieb der Passivschicht. Dadurch wird der Korrosionsschutz in diesen Bereichen kurzfristig aufgelöst und führt so zu den beschriebenen Oberflächenveränderungen.
  • Bei der klassischen Variante aus der Werkstoffkombination NR-Stahl/Messing, die bei Mischinstrumentarium (alte/verchromte - und neue/NR-Stahl Instrumente) vorliegt, tritt diese Korrosionsform sowohl bei der Reinigung als auch bei der Sterilisation entweder wegen einer beschädigten und/oder ungeschlossenen Chrom- oder Nickelschicht auf (z.B. scharfe Löffeln mit Hohlheften und Wundhaken).

Empfehlungen zur Beseitigung        

  • Bei Kontaktkorrosionserscheinungen der Werkstoffkombination NR-Stahl/NR-Stahl, ist eine Beseitigung der Oberflächenveränderungen nicht erforderlich, da diese Erscheinungen aufgrund der geringen Belagsmenge weder für das befallene, noch für das nicht betroffene Instrumentarium eine Gefahr bedeuten. Erfahrungsgemäss verschwinden die aufgetretenen Oberflächenerscheinungen schon nach wenigen Aufbereitungszyklen. Bei der Verwendung von sauren Medien (Neutralisationsmittel) lösen sich die Beläge meist sofort ab und führen parallel zu einem beschleunigtem Passivierungseffekt.
  • Sollten abgelöste Schutzschichten vernickelter oder verchromter Instrumente Kontaktkorrosion verursachen, ist eine Beseitigung des Problemes, z.B. in Form einer Reparatur, meist ausgeschlossen. (Ggf. Klärung mit dem Hersteller).

Maßnahmen zur Vermeidung        

  • Bei der Werkstoffkombination NR-Stahl/NR-Stahl sollten mögliche vibra­tionsverursachende Umstände (z. B. Ultraschallbehandlung, maschinelle Aufbereitung) bei der Reinigung ausgeschlossen werden (z. B. stabile, ausgerichtete Aufstellung des RDG).
  • Vernickelte und verchromte Instrumente mit stark beschädigter/abgelöster Schicht sind auszusondern und wenn möglich gegen NR-Stahl-Instrumente auszutauschen.

Bewertung evtl. Risiken        

Bei der Werkstoffkombination NR-Stahl/NR-Stahl besteht erfahrungsgemäß weder für das befallene Instrumentarium, noch für nicht betroffenes Instrumentarium Gefahr, da die geringen Belagsmengen nicht ausreichen, um Schaden anzurichten. Ein Patientenrisiko liegt nicht vor.Bei der Werkstoffkombination NR-Stahl/Buntmetall können je nach Schädigungsgrad massive Folgerostschäden am intakten Instrumentarium entstehen.

Kontaktkorrosion: NR-Stahl/NR-Stahl

Kontaktkorrosion: NR-Stahl/Messing