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Konsequentes Ölen von Gelenkinstrumenten – Warum ist es so wichtig?




Die Gelenke von chirurgischen Instrumenten sind kritische Bereiche, weil die Passivschicht hier durch Reibung immer wieder angegriffen wird. Gezieltes manuelles Ölen mit einem für chirurgische Instrumente vorgesehenen Paraffinöl kann diesen Effekt vermeiden. Das Öl muss dampfdurchlässig (Sterilisation) und biokompatibel sein.

Hierbei sollen beide Seiten des Gelenks gezielt geölt und das Instrument danach mehrfach geöffnet und geschlossen werden. Durch gemeinsames Ölen mehrerer Instrumente wird der Prozess effizienter.

Die Studie der Projektgruppe Reinigung (PGR) hat gezeigt, dass gezieltes Ölen die Reinigung verbessert, insbesondere wird die Anzahl extrem hoher Rückstände vermindert, weil sich Verschmutzungen weniger in Gelenken festsetzen. Die typische Menge Öl in einem Gelenk beträgt 5-10µL.



Im Gegensatz dazu hinterlässt Instrumentenmilch (als Zusatz zur Schlussspülung)

nur sehr geringe Mengen Öl (weniger als 0,5µl), die auch nicht gezielt in das Gelenk gebracht werden. Das Öl findet sich überall dort, wo das Wasser der Schlussspülung vom Instrument verdunstet und nicht abtropft.Die praktische Erfahrung zeigt, dass dies nicht ausreicht, Reibkorrosionen zu verhindern.


Die Empfehlung geht daher zugunsten eines besseren Werterhalts und höherer Sicherheit. Dem manuellen Ölen sollte also immer der Vorzug gegeben werden.



Über den Autor

Gerhard Kirmse ist Senior Experte für Aufbereitung und OP-Versorgung bei Aesculap und Mitglied des AKI. Als Ingenieur für Medizintechnik und einer Doktorarbeit zur Reinigung von Instrumenten arbeitet er in der Forschung und hat mehr als 400 AEMPs weltweit beraten.

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