Chirurgische Instrumente

Kann sich die Härte eines Instruments (Randschicht und Kern) nach mehrmaligen Sterilisationszyklen verändern?


NEIN.




Ist die Härte eines chirurgischen Instruments durchgängig gleich hart?


Das hängt von der Wärmebehandlung ab. Bei Qualitätsinstrumenten verändert sich die Härte nicht.




Gibt es Untersuchungen zur Reinigung von Instrumenten mit Rändelgriffen (Kreuzrändel)?


Im Rahmen von Untersuchungen der Reinigung von Instrumenten oder von Edelstahlprüfkörpern mit Konstruktionsmerkmalen von Instrumenten sind hauptsächlich Gelenkspalten, nicht aber Rändelgriffe untersucht worden.




Gibt es Literaturnachweise oder andere Informationen über Korrosionsbefall bei Laserbeschriftung von Instrumenten?


Die Laserbeschriftung ist ein Verfahren, das zur Kennzeichnung von Instrumenten eingesetzt wird. Wie auch bei der herkömmlichen Art der Instrumentenkennzeichnung, dem Ätzen, müssen die Schriftzüge klar erkennbar und beständig gegenüber den üblichen Einsatz- und Aufbereitungsbedingungen sein. Bei sachgemäß ausgeführter Laserbeschriftung tritt Korrosion an der Beschriftung nicht auf. Korrosion an der Beschriftung ist im Allgemeinen auf unzureichende/fehlerhafte Parameter im Kennzeichnungsprozess zurückzuführen. Literaturstellen zu diesem Thema sind uns nicht bekannt. Wir möchten an dieser Stelle jedoch auch darauf hinweisen, dass in jedem Fall korrosionsauslösende oder -fördernde Faktoren, wie z.B. Kontakt mit stark salzhaltigen Wässern, bei der Aufbereitung ausgeschlossen werden müssen.




Kann man Instrumente über Nacht oder am Wochenende bis Montag liegen lassen, bzw. ist eine Nassentsorgung durch Tauchen über Nacht oder über das Wochenende möglich?


Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass verschmutzte Instrumente nach der Benutzung bis zu 6 Std. unbehandelt aufbewahrt werden können. Ohne dass eine Beeinflussung der Reinigung in der Maschine erfolgt. Bei einer Aufbewahrung über Nacht oder über das ganze Wochenende kann keine ausreichende Reinigung garantiert werden. Zusätzlich besteht durch langzeitig anhaftendes Blut oder physiologische Salzlösung eine Korrosionsgefahr. Bei einer Aufbewahrung verschmutzter Instrumente über Nacht oder über das Wochenende müsste mit Korrosion gerechnet werden.




Gibt es bezüglich der Aufbereitung von chirurgischen Wundnadeln eigene Richtlinien? Sind chirurgische Wundnadeln im RDG aufzubereiten bzw. gibt es dafür eigene Vorschriften?


Nach unserem Kenntnisstand werden von den Herstellern verschiedene Materialien für mehrfach zu verwendende Nadeln genutzt. Im groben unterscheidet man Nadeln aus korrosionsbeständigem, hochlegiertem Stahl und Nadeln aus niedriglegiertem (also nicht korrosionsbeständigem) Stahl, die mit einer galvanischen Schutzschicht versehen sind. Beide Typen können prinzipiell maschinell mit Programmen, die für chirurgisches Instrumentarium aus Edelstahl freigegeben sind, aufbereitet werden. Für verchromte Nadeln und andere verchromte Instrumente eignet sich insbesondere eine PH-neutrale oder mildalkalische Aufbereitung. Während der Aufbereitung müssen die Nadeln in geeigneten Behältern fixiert sein, damit sie nicht im Maschinenraum verloren gehen. Es eignen sich hierzu die von Herstellern angebotenen Nadeldöschen, die auch eine ausreichende Reinigung sicherstellen. Neben der Kontrolle auf ausreichende Reinigung ist insbesondere bei verchromten/vernickelten Nadeln eine sorgfältige Kontrolle auf Unversehrtheit der Oberfläche notwendig. Es eignet sich hierzu eine Lupe. Bei einer Verchromung/Vernickelung handelt es sich um eine auf das Grundmaterial aufgebrachte Schutzschicht, die dem Instrument in erster Linie Korrosionsbeständigkeit verleihen soll. In dieser Schicht treten immer Mikrorisse auf. Durch mechanische Beanspruchung entstehen über die Zeit ausgeweitete Risse. Ein zusätzlicher Angriff auf die mechanisch vorgeschädigten Teile erfolgt bei der Aufbereitung, da die im Reinigungsprozess verwendeten Chemikalien auch unter die Schicht gelangen können und mit dem Grundmaterial eine Reaktion eingehen. Es entstehen Korrosionsprodukte. Solchermaßen beschädigte Nadeln sind aus dem Instrumentenkreislauf auszusortieren, um anderes Instrumentarium zu schützen. Es besteht die Gefahr der Übertragung von Rost auf andere, bis dahin intakte Instrumente (Sekundärkorrosion). Die Anzahl der Aufbereitungszyklen richtet sich damit nach der Unversehrtheit der Oberfläche. Nadeldöschen können sowohl für die Reinigung als auch für Sterilisation und Anreichung der Nadeln verwendet werden. In der Praxis haben sich für das Anreichen der Nadeln auch gummierte Magnetplatten bewährt. Die Nadeln werden nach der maschinellen Reinigung, während der Siebzusammenstellung hierauf fixiert.




Haben Schweißverbindungen an chirurgischen Instrumenten (aus Edelstahl) eine schlechtere Korrosionsbeständigkeit und neigen gerade diese Stellen nach wiederholter Wiederaufbereitung zu verstärkter Korrosionsanfälligkeit?


Betroffene Produkte namhafter Instrumentenhersteller weisen keinen Unterschied in der Korrosionsbeständigkeit auf. Dies wird durch geeignete Schweißmethoden - Schweißparameter -, ggf. Schweißzusatzwerkstoffe sowie einer nachfolgenden Wärmebehandlung, die zur Homogenisierung des Werkstoffes dient, sichergestellt.




Kann es sein, dass die Eloxalschicht von Instrumenten angefriffen wird, wenn Instrumente aus eloxiertem Aluminium aufgrund des CJK Risikos mit hohem pH Werten (pH 10-11) maschinell gereinigt und desinfiziert werden?


In der Tat kann die Eloxalschicht von Instrumenten aus Aluminium unter den von Ihnen genannten Bedingungen angegriffen werden. Dazu ist allerdings zu bemerken, dass es kaum Alu-Instrumente oder Komponenten von Instrumenten, die aus Alu gefertigt sind, gibt. Des weiteren gibt es Chemikalienlieferanten die alkalische Reinigungschemie vertreiben, welche selbst bei von den Ihnen angegebenen pH-Werten, zumindest bei nicht farbeloxierten Produkten, eine 100 %ige Materialverträglichkeit bestätigen. In diesem Zusammenhang ist aber auch die Wasserqualität, insbesonderen des letzten Nachspülwassers, mit welchem eine Thermodesinfektion durchgeführt wird, zu beachten. Während ein nur enthärtetes Wasser Eloxal stark angreifen kann, schützt und verdichtet vollentsalztes Wasser die Eloxalschicht.




Besteht generell die Gefahr, dass sich abgelöste Eloxalschichten während der maschinellen Aufbereitung auf andere Instrumente aus rostfreiem Edelstahl ablagern? Und diese quasi kontaminiert?


Bis heute ist uns kein einziger Fall bekannt, bei dem Auflösungsprodukte von Alu-Instrumenten zu einer Erhöhung der Korrosionsanfälligkeit von nicht rostenden Stahlinstrumenten führte. Ausserdem sind bei einer ausreichenden Schlussspülung im Reinigungs- und Desinfektionsapparat alle aufgelösten Alu-Korrosionsprodukte von der nicht rostenden Stahlinstrumentenoberfläche abgespült.




Chirurgisches Instrumentarium wird durch eine Passivschicht geschützt, welche sich im Laufe der Zeit bildet. Kann die Bildung dieser Passivschicht durch den Einsatz von Chemikalien beschleunigt werden? Wenn ja, durch welche?


Die chemische Passivierung von NR-Stählen wird industriell bevorzugt mit Zitronensäure, aber auch mit Salpetersäure durchgeführt. Im Gebrauch haben alle sauren Prozesschemikalien, wie z.B. Zitronen- oder Phosphorsäure, welche als Neutralisationsmittel Anwendung finden, eine passivierende Wirkung.




Kann es sein, dass z. B. eine Mayo-Stille Schere ein-, vielleicht zweimal gut schneidet und dann plötzlich nicht mehr? D. h. dass das "Material" nicht scharf geschnitten wird, sondern dass die Schere "kaut"?


Bei intensiver Nutzung, zweckbestimmter Anwendung und einer praktizierten Aufbereitungsmethode nach heutigem Technik- und Wissensstand, ist eine Schnitthaltigkeit bei qualitativ hochwertigen Produkten von rund einem 1/2 Jahr zu erwarten. Bei normalem Verschleiß nehmen die Schneideigenschaften sukzessive ab. Bei kurzfristigem abruptem Schneidverlust darf schlussgefolgert werden, dass den o.g. Kriterien entweder einzeln oder kummulativ nicht gefolgt wurde. Im vorliegenden Fall empfehlen wir, das betroffene Produkt zu einem qualifizierten Reparatur-Service oder zum Hersteller zur Reparatur einzusenden.




Wie werden die Instrumente im Krankenhaus dampfsterilisiert ?


Die Dampfsterilisation wird üblicherweise mit Sattdampf bei 134 °C durchgeführt. Bei Artikeln mit eingeschränkter Thermostabilität kann eine Temperatur von 121 °C mit entsprechend längerer Zeit angewendet werden. Die Sterilisation muss mit einem normgerechten, für die Sterilisiergüter geeigneten Verfahren durchgeführt werden. Auch die Sterilisiergut-Verpackung muss hinsichtlich Qualität und Anwendung der Packmittel die geltenden Normen erfüllen und außerdem für das gewählte Sterilisierverfahren verwendbar sein.




Ist die Benutzung einer sterilen, mit physiologischer NaCl-Lösung getränkten Kompresse, am sterilen Instrumentiertisch zur Grobreinigung der am häufigsten benutzen Instrumenten während der OP im Hinblick auf Lochfraß zu empfehlen?


Lochfraß bedeutet, dass durch Einwirkung von Halogeniden, insbesondere Chloriden (z.B. in physiologischer Kochsalzlösung) die Passivschicht der Instrumente aufgelöst wird. Die Gefahr der chloridinduzierten Lochkorrosion steigt mit steigendem Chloridgehalt / Aufkonzentration durch Antrocknung und längerer Einwirkzeit. Das Einlegen in physiologische Kochsalzlösung sowie das Antrocknen von Resten dieser chloridhaltigen Lösung führt damit zu Lochfraß. Ein Abwischen von Instrumenten mit einer getränkten Kompresse kann nach bisherigen Erfahrungen toleriert werden. Dies müssen - zumindest die hochwertigen - Instrumente aushalten!




Müssen Instrumente vor der Reparatur komplett aufbereitet, d.h. auch sterilisiert werden, oder ist eine maschinelle Reinigung / thermische Desinfektion ausreichend? Sind Mitarbeiter der Reparatur durch unsterile Instrumente gefährdet?


Eine sachgerechte desinfizierende Reinigung, gemäß Herstellerangaben ist ausreichend. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Roten Broschüre unter Punkt 4 "Handlungsempfehlung für Rückware/ Retouren". Das Reparaturpersonal wird/ist durch unsterile Instrumente nicht gefährdet.




Dürfen Instrumente, die von Ärzten in der Forschung und in der Pathologie verwendet werden nach ordnungsgemäßer Aufbereitung wieder im normalen Patientenbetrieb im OP eingesetzt werden? In Holland ist dies gesetzlich geregelt.


In Holland ist das Vorgehen in der sogenannten "Veeldnorm" beschrieben und wird auch so umgesetzt. Ohne Bestätigung dürfen diese nicht mehr am Patienten eingesetzt werden - auch nicht nach einer regelgerechten Aufbereitung. In Deutschland wird dies mittlerweile mehr und mehr in den einschlägigen Gesellschaften, wie der DGSV (dt. Gesellschaft für Sterilversorgung) diskutiert und auch schon von verschiedenen Hygiene-Beauftragten verlangt. Eine gesetzliche oder normative Forderung besteht nicht.




Was sind mögliche Ursachen dafür, dass chirurgische Instrumente blutig / unsauber aus dem Thermodesinfektor herauskommen? Kann das vorherige Einlegen in eine Desinfektionslösung hierfür die Ursache sein?


Im vorliegend beschriebenen Fall ist die zuvor stattfindende Instrumentendesinfektion Ursache dafür, dass im RDG die Reinigung keine Wirkung zeigt. Mit chemischen Desinfektionsmitteln kann man Blutrückstände derart vernetzen und fixieren, dass sie ähnlich wie ein Lack haften. Daher wird auch in der Roten Broschüre des AKI empfohlen, die Instrumente trocken zu entsorgen und direkt in das RDG zu geben.




Müssen Mundspiegel sterilisiert werden oder genügt eine Desinfektion, da sie in nicht sterilen Bereichen des Körpers gebraucht werden? Zudem werden diese als Tischinstrument offen im Untersuchungsraum bis zur Verwendung gelagert.


Die Entscheidung, ob eine Sterilisation von Mundspiegeln in Ihrem Krankenhaus/Ihrer Abteilung vorzusehen ist, kann letztendlich nur durch die internen Hygienebestimmungen festgelegt werden. Hygienerichtlinien (siehe www.rki.de) sehen vor, dass Instrumente, die die Körperintegrität nicht durchdringen und nicht mit Wunden in Berührung kommen, bei der Anwendung nicht steril sein müssen. Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass für zahnärztlich-chirurgische Eingriffe besondere hygienische Anforderungen einzuhalten sind. Mundspiegel können aus Materialsicht dampfsterilisiert werden. Es handelt sich jedoch um Verbrauchsartikel, die auf Grund von Eindringen von Feuchtigkeit (durch unterschiedliche thermische Materialausdehnung) blind werden. Gleiches gilt auch die maschinelle Aufbereitung / thermische Desinfektion.




Können Instrumente aus Aluminium im Ultraschall gereinigt/desinfiziert werden?


Instrumente aus Aluminium sind für die Ultraschallreinigung vom Material her geeignet, vorausgesetzt natürlich die Freigabe des Instrumentenherstellers für die Ultraschallreinigung liegt vor. Die hierzu verwendeten Reinigungs- oder Desinfektionsmittel sollten vom Hersteller dieser Mittel für Aluminium empfohlen werden.




Werden schneidende Instrumente (z.B. Scheren, Knochenstanzen, Skalpelle etc.) aus nicht rostendem Stahl bei der Dampfsterilisation schneller stumpf werden als bei der Plasma- oder Gassterilisation?


Wasserdampf und die bei der Dampfsterilisation vorherrschenden Temperaturen (bis 143°C) sind, unabhängiging von der Dauer der Haltezeit, für die Gebrauchseigenschaften aller Instrumente völlig unkritisch. Das heißt, es findet durch die Dampfsterilisationsbedingungen weder eine Veränderung der Härte noch der Metallstruktur statt. Somit ändern sich auch nicht die Schneid- und Verschleißeigenschaften. Im übrigen sei erwähnt, dass wie im vorliegenden Fall thermostabile Medizinprodukte aus hygienischer Sicht bevorzugt dampfsterilisiert werden sollten.




Die Einwirkzeit von Desinfektionsmitteln hängt von der Anwendungskonzentration ab. Kann man daher mit einer verringerten Anwendungskonzentration arbeiten, wenn als Einwirkzeit die Nacht oder das Wochenende zur Verfügung steht?


Es ist richtig, dass sich bei Begutachtung von Desinfektionsmitteln Anwendungskonzentrations-/ Einwirkzeitpaare ergeben. Bei der Instrumentendesinfektion nach der Prüfmethode der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) werden als Einwirkzeiten 15 min, 30 min und 1 Std. getestet. Längere Einwirkzeiten, bei denen die Testmethodik zu geringerer Anwendungskonzentration führen würde, werden nicht geprüft. Als Grund hierfür ist zu nennen, dass bei geringer Anwendungskonzentration die Möglichkeit einer Resistenzbildung von Mikroorganismen erleichtert wird und zusätzlich wird die Korrosionsgefahr erhöht, da der Anteil an Korrosionsinhibitoren in der Anwendungslösung zu gering ist.




Ist das Einlegen von chirurgischen Instrumenten in eine vom Hersteller angegebene Desinfektionsmittel-Lösung ausreichend für die Weiterbenutzung? Müssen diese Instrumente nicht jedes Mal vor der Anwendung am Patienten sterilisiert werden?


Instrumente, die chirurgisch invasiv eingesetzt werden, müssen nach der Aufbereitung sterilisiert werden. Hierfür ist für dampfsterilisierbare Instrumente ein Dampfsterilisationsverfahren nach EN285 einzusetzen. Thermolabile Instrumente müssen nach den Herstellerangaben einem entsprechenden Niedertemperatur-Sterilisationsverfahren zugeführt werden. Bitte beachten Sie auch die RKI-Empfehlung zur Aufbereitung von Medizinprodukten, welche im November 2001 veröffentlicht wurde. Diese kann unter www.rki.de heruntergeladen werden.




Können chirurgische Instrumente in einem Steckbeckenspülautomaten aufbereitet werden?


Ein Steckbeckenspüler ist aus unserer Sicht nicht geeignet, um chirurgisches Instrumentarium aufzubereiten, da die Verfahren dieser Geräte in unzureichender Weise hierauf abgestimmt sind. Dies betrifft die Reinigungsleistung, die Qualität der Nachspülung sowie auch die thermischen Desinfektionsparameter. Bei letzteren muss eventuell ja auch die HBV-Wirksamkeit gegeben sein. Schlüsselwörter: Aufbereitung in Steckbeckenspülautomaten




Können Instrumente aus nicht rostendem Stahl durch die Wiederaufbereitung ihre Gebrauchseigenschaften verlieren?


Etablierte Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsverfahren üben keinerlei negativen Einfluss auf die ursprünglichen Gebrauchseigenschaften von NR-Stahlinstrumenten aus. Dies gilt z. B. auch für das Verschleißverhalten schneidender chirurgischer und mikrochirurgischer Instrumente. Demzufolge ist dem unbegründeterweise in diesem Zusammenhang immer wieder diskutiertem Dampfsterilisationsverfahren gegenüber anderen Sterilisationsverfahren der Vorzug zu geben, da es aus hygienischer Sicht am wirksamsten ist.




Besteht die Gefahr, dass Instrumente aus rostfreiem Stahl bei der Wiederaufbereitung ihre Gebrauchseigenschaften verlieren?


Bewährte Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsmethoden haben keinen nachteiligen Einfluss auf die ursprünglichen Gebrauchseigenschaften von Instrumenten aus Edelstahl. Dies gilt auch für das Abnutzungsmuster von chirurgischen und mikrochirurgischen Schneideinstrumenten. Deshalb ist der Dampfsterilisation, die oft grundlos diskutiert wird, der Vorzug zu geben. Unter hygienischen Gesichtspunkten ist die Dampfsterilisation die effektivste verfügbare Methode.




Sind die folgenden Angaben des Herstellers zur Aufbereitung von Augeninstrumenten (Einsatz in der Laserchirurgie) ausreichend, oder fehlt der Desinfektionsschritt? "Reinigen Sie alle Instrumente in gefiltertem und enthärtetem Wasser, das mit Palmolive (1:100) angereichert ist.


Für die (Wieder-)Aufbereitung von chirurgischen Instrumenten und damit für ophthalmologische Instrumente sind (Re)Aufbereitungsschritte definiert. Im Prozess der Desinfektion und Reinigung wird grob zwischen manueller und maschineller Reinigung unterschieden. Da diese Frage auf einem manuellen Verfahren beruht, schlagen wir nur vor, das manuelle Verfahren zu kommentieren. Wenn eine manuelle Reinigung vorgeschrieben ist, werden die verwendeten Instrumente für die (Wieder-)Aufbereitung nass aufbereitet. Dabei werden die Instrumente in ein Desinfektionsbad getaucht/getränkt. Diese Behandlung ist zum Schutz der Gesundheit des Personals erforderlich (siehe UVV = Unfallverhütungsvorschrift). Das hierfür verwendete Desinfektionsmittel muss für chirurgische Instrumente zertifiziert sein. Es können auch zugelassene kombinierte Desinfektions- und Reinigungsmittel verwendet werden. Mischungen von Reinigungs- und Desinfektionsmittel aus eigener Herstellung sind nicht zulässig, da dies die Wirksamkeit der Desinfektion beeinträchtigen kann. Zur Reinigung chirurgischer Instrumente muss ein Produkt verwendet werden, das typische Rückstände (d.h. Gewebe, Körperflüssigkeiten, Blut, Proteine usw.) entfernt. Häusliche Reinigungsmittel sind für die (Wieder-)Aufbereitung von chirurgischen Instrumenten nicht geeignet. Zur Reinigung kann Trinkwasser verwendet werden. Zahnbürsten sind für Reinigungszwecke ideal. Vollentsalztes Wasser wird zur Schlussspülung empfohlen (der Begriff "gefiltert" ist nicht spezifisch genug). Vollentsalztes Wasser enthält weder Kalk (Härte) noch andere Salze oder Inhaltsstoffe. Die Spülung muss sicherstellen, dass alle Rückstände, sowohl organische als auch Reinigungs- und Desinfektionsmittelrückstände, entfernt werden. Die Instrumente müssen vor der Sterilisation trocken sein. Besonders schonend und effektiv ist die Trocknung mit Druckluft.




Warum sollten Instrumente für Augenoperationen in einer Instrumentenwasche/Sterilisation gereinigt werden und nicht wie bisher manuell?


Sie beziehen sich auf die Debatte über die manuelle Aufbereitung und maschinelle Aufbereitung von Instrumenten für Augenoperationen. Im Prinzip sollte die Methode der Wahl die Reinigung und Desinfektion in maschinellen Reinigungs-/Sterilisationsgeräten sein. In vielen Empfehlungen, Merkblättern und Broschüren werden thermische Desinfektionsmethoden als den chemothermischen oder chemischen Methoden überlegen befürwortet. Die maschinelle Reinigung und Desinfektion in einem geschlossenen Spülsystem hat auch eine Schlüsselfunktion zum Schutz des Personals. Hinzu kommt, dass nur maschinelle Prozesse hinreichend genau und validiert reproduzierbar sind, die den Anforderungen der Vorschriften des Betreibers entsprechen. Die Bedenken der Ärzte und des Pflegepersonals hinsichtlich der Empfindlichkeit der Instrumente sind nicht mehr gerechtfertigt. Insbesondere bei Instrumenten, die bei Augenoperationen eingesetzt werden, sorgen Körbe und perforierte Siebe mit Haltern für eine sichere Aufbewahrung. Spüldüsen und die Ausrichtung des Gestells zur Aufnahme von Körben und perforierten Sieben müssen so angeordnet sein, dass Instrumente nicht aus ihren Halterungen herausgeschleudert werden. Dies wäre der Fall, wenn die Standard-Spültechnik für chirurgische Instrumente verwendet würde. Bei richtiger Anwendung von Spülverfahren und Spültechnik ist die maschinelle Reinigung schonender als die manuelle Reinigung. Aseptica 7 (3); 2001: 18-19 berichtet über ein praktisches Beispiel für die Aufbereitung mikrochirurgischer Instrumente.




Ist es richtig zu sagen, dass Lochfraß an chirurgischen Instrumenten ein lokal begrenzter Prozess ist und dass er daher nicht durch die Aufbereitungsmedien auf andere Instrumente übertragen (übertragen) werden kann?


Nein, aktive Lochfraßkorrosion kann zu Nachrostung, d.h. Rostverschleppung, führen. Je nach Ursache, Schwere und Ausmaß der Lochfraßschäden sollten die betroffenen Instrumente aus dem Aufbereitungskreislauf entfernt werden. Solche Instrumente sollten zur Wiederaufbereitung an den Hersteller oder einen qualifizierten Reparaturdienst zurückgeschickt werden. Weitere Informationen finden Sie in der Roten Broschüre 8. Auflage, Seiten 55-56.




Wie oft sollten bewegliche Teile von Instrumenten, z.B. die Scharniere, geölt werden?


Idealerweise ist die Reinigungsleistung so bemessen, dass bei der Reinigung alle Rückstände einschließlich der Pflegemittel entfernt werden. Alle Instrumente mit metallischen Gleitflächen sollten daher nach jedem Reinigungsprozess entsprechend den Empfehlungen des Herstellers geölt werden.





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