top of page

Oberflächenveränderung richtig bewerten – heute: farbliche Veränderungen auf der Oberfläche

  • Aaron Papadopoulos
  • 19. März
  • 2 Min. Lesezeit
Im klinischen Alltag treffen wir immer wieder auf Verfärbungen und Oberflächenveränderungen bei chirurgischen Instrumenten – insbesondere bei solchen aus härtbaren, Edelstählen (auch NR-Stählen) sowie Titanwerkstoffen. Doch was steckt dahinter, wie lassen sich solche Veränderungen vermeiden und welche Risiken entstehen daraus?

farbliche Oberflächenveränderungen


Bei NR-Stählen kann sich eine glänzende, grauschwarze Chromoxidpassivschicht ausbilden. Dies zeigt sich oft zuerst bei schneidenden Instrumenten wie Scheren, später aber auch bei nicht schneidenden wie Klemmen oder Pinzetten. Titanwerkstoffe hingegen reagieren mit einer farblich variierenden oder fleckigen Oberfläche – von Grau über Blau und Violett bis hin zu Rot, Goldgelb und Grün.

Art der Oberflächenveränderungen Herkunft und Ursachen


Die Ursache der Passivschichtbildung bei NR-Stählen liegt prinzipiell an der Reaktion mit Sauerstoff, aber eine vor allem rasch sichtbare Änderung häufig im maschinellen Reinigungsprozess: Neutralisationsmittel aus dem letzten Spülgang oder andere, bisher nicht identifizierte Faktoren können die Entstehung fördern. Je nach Zusammensetzung, Dichte und Dicke ist die Passivschicht transparent bis schwarz. Bei Titanwerkstoffen können feuchte Hitze und/oder eingesetzte Reinigungschemikalien zur Oxidation und damit zur weiteren Verfärbung führen. Aluminium ist fast ausnahmslos eloxiert, um eine unkontrollierte Veränderung in fleckig, schwarze Oberflächen durch die Ausbildung der Passivschicht zu vermeiden.

Empfehlungen zur Beseitigung


Eine Entfernung der Beläge durch den Anwender wird nicht empfohlen, da die Schicht mechanisch oder chemisch bearbeitet werden muss – am besten durch den Instrumentenhersteller oder einen qualifizierten Reparaturservice. Grundreiniger zeigen bei NR-Stählen wegen der gesteigerten Korrosionsbeständigkeit zur Entfernung dieser Veränderung keine Wirkung.

Maßnahmen zur Vermeidung


Prävention ist möglich: Bei NR-Stahl sollte die Dosierung des Neutralisationsmittels exakt erfolgen und dessen Verschleppung durch ausreichende Nachspülung verhindert werden. Bei Titanwerkstoffen sind Verfärbungen kaum vermeidbar, da die Umgebungsbedingungen (Temperatur, Prozesschemikalien, Feuchte) bei der Aufbereitung stets Oberflächenreaktionen auslösen.

Bewertung eventueller Risiken


Grundsätzlich handelt es sich um kosmetische Effekte – keine Korrosion. Bei Titan kann die Farbveränderung jedoch Kennzeichnungsfunktionen beeinträchtigen (z. B. farbliche Codierung der Blattbreite bei Valven oder Schraubenlänge/-durchmesser bei Implantaten).
Aus Sicht von Biokompatibilität, Hygiene, Funktion, sind die Farbänderungen unbedenklich, können aber die visuelle Kontrolle, etwa bei der Detektion von Restverschmutzungen, erschweren. Aus Sicht der Lebensdauer und Korrosionsbeständigkeit sogar förderlich.

Fazit: Diese Verfärbungen sind zwar meist harmlos, erfordern aber Aufmerksamkeit hinsichtlich Funktion und Kontrolle. Für die Beseitigung und Prävention empfiehlt sich der Kontakt zu Fachleuten – und im Alltag gilt: Die richtige Aufbereitung ist der Schlüssel zur Qualität!

Mehr erfahren? Dann lese heute noch im Kapitel 12 der aktuellen roten Broschüre:

Über den Autor

Aaron Papadopoulos ist seit 2018 Mitglied des AKI und einer der Vertreter der Prozesschemikalienhersteller in der Gruppe. Er arbeitet innerhalb der Ecolab Deutschland GmbH im strategischen Marketing für die Endoskopie- und Instrumentenaufbereitung der Healthcare Division.
 
 
 

Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page