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Dampfsterilisation von Gelenkinstrumenten – Offen oder geschlossen?

Aktualisiert: 11. Sept. 2023


Die unterschiedlichen täglichen Praktiken können die Anwender verwirren:


Während in den USA die offene Sterilisation nach AAMI ST 79 empfohlen wird (oft auf "Stringern“ aufgefädelt), werden in ganz Europa die Instrumente direkt in die Siebe/Körbe in geschlossener Position gelegt.


Für einen ordnungsgemäßen Dampfzugang ist eine offene Sterilisation nicht erforderlich. In einer großen "worst case Studie" (H. Henn et al. Dampfsterilisation wieder verwendbarer chirurgischer Instrumente, Zentralsterilisation Nr 4 / 2009 S. 257ff, mhp-Verlag) wurde nachgewiesen, dass unter Vorvakuumprozessen (ISO 17665 Serie) der Dampfzugang auch durch sehr komplexe Geometrien wie Gewinde und Bolzen gegeben ist.


Die geschlossene Position macht die Handhabung der Instrumente einfacher und sicherer, insbesondere bei scharfen oder spitzen Instrumenten. Das Risiko von Beschädigungen, z. B. bei feinen Arbeitsenden, wird reduziert. Nicht direkt mit der Werterhaltung der Instrumente verbunden, aber ein wichtiger Bestandteil, ist die erhöhte Sicherheit bei der Handhabung durch das OP-Personal. Instrumente in geschlossener Position verhindern Verletzungen oder Stiche.


Die Sterilisation in geschlossener oder zusammengesetzter Position sollte daher bevorzugt werden, es sei denn, es gibt lokal behördliche Vorschriften für eine offene Position, der Hersteller lässt dies in den entsprechenden Aufbereitungsinformationen gemäß ISO 17664 nicht zu oder das Lagersystem (z. B. Stringer) macht dies zwingend erforderlich.



Über den Autor

Gerhard Kirmse ist Senior Experte für Aufbereitung und OP-Versorgung bei Aesculap und Mitglied des AKI. Als Ingenieur für Medizintechnik und einer Doktorarbeit zur Reinigung von Instrumenten arbeitet er in der Forschung und hat mehr als 400 AEMPs weltweit beraten.

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