Eine Validierte Aufbereitung von Ultraschallsonden ist derzeit nicht wirklich gegeben

Aktuell gibt es kontroverse Diskussionen um die Desinfektion von Ultraschallsonden und das insbesondere in Bezug auf die Validierbarkeit der Wischdesinfektion. Auf die Reinigung der Sonden wird dabei praktisch nicht eingegangen und wenn, dann wird sie auch lediglich als Wischreinigung beschrieben bzw. ausgeführt. Die Bewertung der hinreichenden Entfernung unerwünschter Verunreinigungen in dem für die weitere Aufbereitung erforderlichen Umfang wird dann mittels einem Proteinnachweis gemacht. Das alles passt wirklich nicht zusammen.


Die Anwendung von Vaginal- und Rektalsonden erfolgt mit Verwendung eines Schutzhüllenüberzugs in dem Transmissionsgel befindet. Nach der Untersuchung wird der Überzug entfernt und dabei kann es bestenfalls zu einer Schmierkontamination in das Gel kommen. Protein ist kaum vorhanden und kein geeigneter Analyt, um die Sauberkeit der Sonde zu bewerten. Die Sonden sind extrem mit Gel verschmutzt, welches bei unzureichender Entfernung die chemische Desinfektion, wie auch immer sie erfolgt, beeinträchtigen kann. Daher ist ein Analyt zur Bewertung der Reinigung heranzuziehen, der die Gele (Carbomere) mit erfassbar und deren Entfernung bewertbar macht.


fabrikneue Sonde

vielfach aufbereitete Sonde mit Verfärbungen

Nun gibt es Verfahren der Begasung mit Wasserstoffperoxid oder auch schlicht nur der Tauchdesinfektion, die gegenüber der Wischdesinfektion für sich beanspruchen validierbar zu sein. Nur das Problem der nachweislich hinreichenden Reinigung ist nicht gelöst. Alle Konzepte der Aufbereitung bzw. der Validierung von Aufbereitungsprozessen basieren darauf, dass zunächst die Reinigung validiert wird und erst, wenn diese erfolgreich ist, kann die Desinfektion validiert werden.

Da für die Aufbereitung der Ultraschallsonden eine Bewertung der Reinigung, d.h. der hinreichenden Entfernung des Transmissionsgels bisher nicht erfolgt, kann es derzeit grundsätzlich keine valide Desinfektion der Sonden geben.



Über den Autor

Dr. Winfried Michels ist seit 1985 Mitglied des AKI und vertrat 30 Jahre die Hersteller von Reinigungs-Desinfektionsgeräten als Leiter der Anwendungstechnik bei Miele Professional. Seit 2015 betreibt er ein Prüflabor, welches sich auf das Thema der Reinigung konzentriert und ist seitdem beratendes Mitglied beim AKI.

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